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Raja Yoga

ist der Yoga der Geisteskontrolle. Raja heißt wörtlich „Herrscher/König“. Durch Raja Yoga werden wir zum Herrscher über unseren Geist und unser Leben. Raja Yoga ist der Königsweg im Yoga. 

In der Hatha Yoga Pradipika - das ist eine der 4 wichtigsten Yogaschriften überhaupt - wird gesagt: “Wir praktizieren Hatha Yoga, um Raja Yoga zu erreichen.” Es sei sehr schwer, Geisteskontrolle anders als über den Umweg Hatha Yoga zu erreichen.

Für den Raja Yogi gibt es 2 Wege:

  • die direkte Kontrolle des Geistes: Dhyana Yoga oder Meditation
  • die Kontrolle des Geistes über die Kontrolle des Lebensenergie (Prana): Kundalini Yoga (Energie)

 

Der Yogi kann auch beides kombiniert.

Dies hat sich als sehr wirksam gezeigt. Die besten Fortschritte macht der Raja Yoga Übende, wenn er die folgenden Yogatechniken praktiziert:

  • Atemtechniken (Pranayama)
    Aufladen mit Energie (Prana) und Lenken des Energieflusses
  • Entspannungstechniken
    Yoga Nidra, Yogische Tiefenentspannung u.a.
  • Loslasstechniken
    Beobachten der Sinnesorgane, Achtsamkeitsübungen, Zurückziehen der Sinne
    ( Pratyahara = die höchste Form der Zügelung der Sinne)
  • Konzentrationstechniken (Dharana)
    Konzentration ist die Vorstufe zur Meditation
  • Meditationtechniken (Dhyana)
    Wird die Konzentration anstrengungslos gehalten, dann tritt der Zustand der Meditation ein.
  • Yogastellungen (Asanas)
    Körperübungen entwickeln Flexibilität, Körperbewusstsein, Kraft und Ausdauer. Sie aktivieren die inneren Heilkräfte und verbessern die Durchblutung der Organe.

 

Raja Yoga

  • kann mit oder ohne Yogavorkenntnissen begonnen werden
  • ist besonders geeignet für Menschen, die beruflich und / oder privat stark gefordert sind
  • ist hilfreich in schwierigen Lebenssituationen
  • führt zu mehr Gelassenheit, Zufriedenheit und innerer Balance
  • steigert die Konzentrationsfähigkeit
  • entwickelt die Fähigkeit total zu entspannen
  • erweckt und fördert innere (verborgene) Potentiale
  • vermeidet die negativen Folgen von Stress
  • steigert die Vitalität und körperliche Leistungsvermögen

 

Ein anderer Name für Raja Yoga ist Ashtanga Yoga
= Yoga der acht Glieder / Stufen.

Die acht Glieder sind Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Dharana, Dhyana und Samadhi.

Yama und Niyama sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Praxis der Meditation. Du musst Yama und Niyama üben wenn Du gleichzeitig Konzentration und Meditation praktizierst.

1. Yama - Vom Umgang mit der Welt:
Yama ist die erste Stufe und verkörpert den ethischen Verhaltenskodex, den wir befolgen sollten und beinhaltet 5 Vorschläge:

  • ahimsa - Gewaltlosigkiet
  • satya - Wahrheit und Offenheit
  • asteya - Freiheit von Habsucht, nicht Stehlen
  • brahmacharya - Selbstbeherrschung, Keuschheit
  • aparigraha - Freiheit von Begehren; nur so viel von etwas besitzen zu wollen, wie wir eigentlich brauchen.

 

2. Niyama - Vom Umgang mit sich selbst:
Diese zweite Stufe beinhaltet 5 Vorschläge, die uns selbst betreffen:

  • saucha - Reinheit: Unser Körper, unser Geist und die Umgebung soll nicht verunreinigt werden; die übertriebene Sorge über die Vergänglichkeit unseres Körpers soll aufgeben und statt dessen auf die Entwicklung der inneren Schönheit geachtet werden.
  • santosha - Zufriedenheit mit dem was wir haben und Wertschätzung unseres Lebens, anstellen eines ständigen Verlangens nach mehr.
  • tapas - Disziplin, ohne die wir kein Ziel erreichen werden. Ichlosigkeit und selbstloses Dienen sind die größten Formen von Tapas.
  • svadhyaya - Selbstreflexion; wir sollten uns bewusst machen, wo wir gerade stehen in unserem Leben und was uns bewegt und beschäftigt. Swadhyaya ist das Studium heiliger Bücher. Mantrawiederholung wird auch als Swadhyaya betrachtet.
  • ishvara pranidhana - Hingabe an das Göttliche, vertrauen auf eine höhere Kraft, die uns führt.

 

3. Asanas - Körperhaltungen:
Patanjali schenkt den Asanas keine besondere Aufmerksamkeit. Er beschreibt die feste und bequeme Sitzhaltung. Er möchte nur, dass eine bequeme Stellung eingenommen wird, in der man lange Zeit sitzen kann und nicht vom Schlaf übermannt wird.

4. Pranayama - Atemkontrolle:
Die Atmung spiegelt unseren Gemühtszustand im Laufe des Tages wieder; auf den wir jedoch durch bewusstes Ein- und Ausatmen einwirken können. Die Pranayamas reinigen uns von inneren Blockaden. Gleichzeitig wird der Energiefluss gelenkt und die Vitalität erhöht.

5. Pratyahara Zurückziehen der Sinne:
Diese fünfte Stufe befasst sich mit der Fähigkeit, die Konzentration auf die innere Ausrichtung zu lenken und sich nicht durch äussere Reize ablenken zu lassen. Die Fähigkeit, die Sinne willentlich von bestimmten Objekten zurückzuziehen ist die Voraussetzung für die Fähigkeit sich zu konzentrieren.

6. Dharana - Gewahrsamkeit:
Dies ist die Fähigkeit, die gesamte Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt zu richten und alles andere auszublenden. Dharana kann nur gemacht werden, wenn man frei ist von den Ablenkungen des Geistes. Nur wenn das möglich ist, kann man tiefer in einen Sachverhalt eindringen.

7. Dhyana - Meditation:
Während bei der Konzentration noch die Umgebung wahrgenommen wird, ist die Aufmerksamkeit in der Meditatiion durch nichts abgelenkt, man ist völlig versunken. In Dhyana gestattet man dem Geist, auf dem selben Gedanken zu verweilen.

8. Samadhi - Völliges Verschmelzen:
Samadhi ist die achte Stufe und gleichzeitig das Ziel des Weges. Der Zustand des Verschmelzens meint, das wir eins sind mit uns und der Welt sind. Unsere Aufmerksamkeit ist auf das gerichtet, was uns mit anderen Menschen verbindet und nicht was uns von ihnen trennt.

Yama und Niyama sind eigentlich als Einstieg in die Yoga-Praxis gedacht. Aber meist beginnt man mit den Asanas und der Atmung seine Yoga-Übungen.

Die drei, Dharana, Dhyana und Samadhi sind innerlicher als die vorhergehenden Yama, Niyama, Asana, Pranayama und Pratyahara. Zusammen bilden sie Samyama. Fortgeschrittene Konzentration als Folge vollkommener Gedankenkontrolle und Meditation bis zum Einswerden mit dem Objekt der Konzentration oder Meditation heisst Samyama. Durch die Praxis von Samyama erhältst Du Zugang zur Wahrheit über das Objekt Deiner Meditation. Nirbija (samenloser) Samadhi oder Asamprajnata Samadhi ist das endgültige Ziel im Raja Yoga.

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