Geschichten

Bedeutung der Adventszeit

Die Adventszeit hat begonnen – ein guter Moment über die Bedeutung dieser ganz besonderen Jahreszeit zu schreiben. Die Zeit um die Wintersonnenwende galt ja zu allen Zeiten in den meisten Kulturen, am meisten natürlich in den nördlichen Regionen, als besonders heilige Zeit:

  • Die Germanen – unsere Vorfahren – feierten das Julfest. Es ist der Vorläufer des Weihnachtsfestes. Das Julfest wird auch oft Mitwinter oder Wintersonnenwende genannt und fällt auf den kürzesten Tag des Jahres. Mit dem Julfest feierten die Germanen das Kommen des Sommers.
    “Jul”, dieser Name stammt aus vorchristlicher Zeit und heißt eigentlich “Rad”, das Symbol der Sonne. Zu früherer Zeit wurde es durch ein brennendes strohumwickeltes Wagenrad dargestellt, das man den Berg hinunterrollen ließ in dem Glauben, dass die Felder dadurch fruchtbar werden.
    Im 10. Jh. Wurde das Jul-Fest mit dem Fest der Geburt Christi zusammengelegt.
    Das Julfest dauert 12  Nächte, diese Zeit wird entsprechend auch Zwölfnächte („die Zwölften“) genannt.
  • Bei den Juden wird das Hanukkah(Chanukka)-Fest gefeiert (dieses Jahr 2013 = 28. November – 5. Dezember). Dieses zelebriert den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem durch die Makkabaeer. Dabei geschah ein Wunder, nämlich dass eine kleine Menge Öl 8 Tage lang Licht gab. So müssen wir im Inneren unseren Tempel des Herzens wieder aufrichten. Wenn wir uns darum bemühen, aus unserem Herzen einen Tempel zu machen, wird Gott unser Herz mit Licht füllen.
  • In Indien fand Dipavali, das Lichterfest, vor ein paar Wochen statt (2013 = 3. November, 2014 = 23. Oktober, 2015 = 11. November). Dieses feiert die Rückkehr von Gott Rama in die Hauptstadt Ayodhya nach 12 Jahren Exil. 12 Jahre lang hatten die Bewohner von Ayodhya auf Feuer und Licht verzichtet. Als Rama wieder zurückkehrte, wurden überall Freudenfeuer entzündet. So kann es sein, dass wir Gott, die Liebe, aus unserem Leben verbannt haben. Und auch wenn wir materiell vieles haben, fehlt das Entscheidende im Leben. Wenn so Gott, das göttliche Licht, die Liebe oder wie auch immer wir es ausdrücken wollen, in unser Herz einzieht, können wir wirkliche Freude empfinden.

Weihnachten ist bei uns in Europa sicherlich als christliches Fest am bekanntesten und feiert die Geburt von Jesus Christus, des Gottessohnes als Erlöser der Menschheit. Weihnachten gilt als eines der 3 Hauptfeste des Christentums (Weihnachten, Ostern, Pfingsten). Über diese Bedeutung kannst Du sicherlich in Gottesdiensten, in christlicher Literatur und von anderen Christen am meisten erfahren und erleben. Zusätzlich zur historischen, und für gläubige Christen religiösen Dimension kann man Weihnachten auch als Sinnbild des spirituellen Weges, der Geburt des Christusbewusstseins in uns interpretieren: In der Adventszeit werden vier Kerzen nacheinander angezündet. Dies steht für die schrittweise Öffnung der ersten 4 Chakras, Bewusstseinszentren. Das vierte Chakra ist das Herz-Chakra, der Sitz der Liebe, der Schau Gottes und der Freude. Wenn dieses Herz-Chakra, geöffnet ist, kann das Jesus-Kind, also die Liebe Gottes, das Christus-Bewusstsein, in uns geboren werden. Und zwar wenn die Tage am kürzesten sind inmitten der Nacht („Weih-Nacht“). Wenn unser Geist sich zurückzieht von den äußeren Ablenkungen, alles (unsere Sinne und Gedanken) schläft, dann kann das „Hochheilige Paar“ Unterscheidungskraft (Joseph) und Intuition (Maria) wachen, und die Geburt des Gottesbewusstseins (Jesuskind) erleben. So wünsche ich Dir, dass Du in dieser „geweihten Nacht“, in dieser „Stillen Nacht“, tatsächlich still sein kannst, und die innere Bedeutung von Weihnachten erfährst. Die Mitternachtsmeditation, für viele die Christmette, für manche sogar eine vollständige Nachtwache, kann in dieser Nacht zu einem besonderen Erlebnis werden, nicht nur für überzeugte Christen. Das Herzchakra, das mit Weihnachten so viel zu tun hat, steht für Liebe und Freude. So wünsche ich Dir, dass Du tatsächlich im Kreis Deiner Lieben Dein Herz sprechen lassen kannst, dass die Geschenke wirklich Liebe ausdrücken und die vielen Weihnachtslichter und -lieder tatsächlich Herzensfreude. Bei manchen, die im Kreis von Familie und Freunden feiern, wird mehr der Liebes-Aspekt von Weihnachten überwiegen. Die „Einsamen“ möchte ich ermutigen, zu meditieren, nach innen zu gehen, allein Nachtwache zu halten, um die Geburt Gottes im Inneren zu spüren. So kann sogar Melancholie als geistige „Nacht“ für den spirituellen Weg hilfreich sein.    (Sukadev – Yoga Vidya)

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